FISCHER INSIDE – 40 Jahre Marc Stocker

Mit Leidenschaft und Engagement

Marc Stocker erinnert sich noch genau daran, wie es war, bei Piano Fischer einen der begehrten Ausbildungsplätze zum Klavierbauer zu ergattern. Das war sein Traum, nachdem er mit acht Jahren begonnen hatte, das Tasteninstrument zu erlernen. „Ich war noch in der neunten Klasse, hatte Klavierbaumeister Paul Stöckle auf der Stuttgarter Handwerksmesse kennengelernt, der mir anbot, eine Praktikumswoche zu absolvieren.“ Gesagt, getan – und alles war „g’schwätzt“: Im September 1985 startete Stocker im Stammhaus Schorndorf seine Lehre.

Nun, nach 40 Jahren ist er bei Piano Fischer im Verkauf und zeichnet sich für den – wichtiger werdenden – Produktbereich digitale und elektronische Pianos verantwortlich. Da gehe es neben Beratung der Kundschaft und Kontaktpflege mit den Lieferanten, um Einkauf Disposition, Planung, Kalkulation und vieles mehr. „Sehr vielfältig, toll!“, schwärmt der 58-Jährige. Viel Freude macht dem gebürtigen Radolfzeller, der in Stuttgart aufwuchs, dass er nun selbst im Haus Stuttgart für Auszubildende zuständig ist. Bei der IHK habe ich meinen Ausbilder gemacht, kann nun an junge Menschen weitergeben, was ich über viele Jahre an Praxis gesammelt habe.“

„Ich war total happy! Die Möglichkeiten waren ja begrenzt.“

– Marc Stocker

(Links:) Bilder aus alten Zeiten: Marc Stocker, der von der Handwerkskammer frisch prämierte 1.Landessieger, 1989 mit seinem Gesellenstück. Und Anfang der 90er bei der Kontrolle einer Stimmung.

(Rechts:) Der Jubilar im Mittelpunkt bei der Feier mit dem Stuttgarter Team.

Da kommt einiges an Berufserfahrung zusammen – mit 20 Monaten Zivildienst dazwischen. So begann Stocker im Handwerk, nachdem er 1989 nach dreieinhalb Jahren seinen Gesellenbrief in der Tasche hatte, arbeitete klassisch in der Werkstatt, reparierte. „Später war ich im Service, stimmte Klaviere, war auch am Wochenende im Konzertdienst, betreute kleinere Konzerte, traf so Kunstschaffende, eine sehr spannende Zeit.“

Besonders im Gedächtnis geblieben sei ihm ein Abend im Studio, dem kleinen Konzertsaal im Stuttgarter Piano-Haus. „Dort spielte ein bekannter US-amerikanischer Jazzpianist, der SDR machte eine Rundfunkaufnahme, super für mich als junger Mann!“ Aber auch eine verantwortungsvolle Aufgabe für starke Nerven, zumal der Künstler durch Anreise und Jetlag recht sensibel daherkam. Gut, dass Stocker seinen Ausbildungsmeister Paul Stöckle stets anrufen konnte. „Ich sagte ihm, dass ich den Flügel sauber gestimmt hatte, aber er unzufrieden mit der Intonation, also dem Klangcharakter, sei.“ Stocker bekam einige Tipps, arbeitete das Instrument nach, kontrollierte auch in der Pause. Mit dem Ergebnis, dass der Pianist schließlich total glücklich war. „Beim Schlussapplaus dankte er mir namentlich, ließ mich aufstehen, das war ungewöhnlich“, erinnert sich Stocker und betont: „Ich konnte mich wunderbar in der Firma entwickeln!“ So orientierte er sich ins Kaufmännische um, machte nebenher den Handelsfachwirt IHK. „2000 legte ich die Prüfung ab“, so der zweifache Vater.

Neben der Familie brennt seine Leidenschaft für die Kultur, mit seiner Frau hat Stocker seit 20 Jahren eine Miete im Staatstheater. „Oper, Ballett, Tanz generell – wir gehen auch gerne ins Theaterhaus“, betont er. „Ich bin ein bekennender Stuttgarter, das Kulturangebot ist toll.“ In der Landeshauptstadt engagiert er sich ehrenamtlich für das Kinder- und Jugendhospiz. „Ich habe dafür eine 100-stündige Qualifizierung gemacht, freue mich, dass ich nun Kinder, Jugendliche und Eltern etwas Entlastung bieten – und damit auch meinen Horizont erweitern – kann.“ Und Klavierspielen? „Das tue ich, wenn es die Zeit erlaubt – ich spiele Stücke aller Genres,“

Petra Mostbacher-Dix


Lese-Tipp

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